EZB: PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme)

Bis Ende 2020 kann die EZB bis zu 750 Mrd. EUR für weitere Anleihenkäufe ausgeben, um die Märkte mit zusätzlicher Liquidität zu versorgen. Die Anleihenkäufe sollen sich hierbei am Kapitalschlüssel der EZB orientieren; der Kauf von griechischen Staatsschulden ist in diesem Programm zulässig.

EZB-Anleihenprogramm in Milliardenhöhe

Am 24. März 2020 fasst die EZB den dazugehörigen formellen Beschluß:

BESCHLUSS (EU) 2020/440 DER EUROPÄISCHEN ZENTRALBANK vom 24. März 2020 zu einem zeitlich befristeten Pandemie-Notfallankaufprogramm (EZB/2020/17)

Ins Auge springen dabei:

  • Die Anleihekäufe sollen sich am Kapitalschlüssel orientieren, aber man will/muss flexibel bleiben, um die Euro-Zone insgesamt im Blick zu behalten. (also Öffnung zur bisherigen Vorgehensweise =flexibel bedeutet das vorübergehend auch andere Aufteilungen zulässig sind und erst im Ziel (also per 31.12.2020) die Kapitalschlüssel einzuhalten sind.)
  • Die Laufzeiten von Staatsanleihen im PEPP dürfen auch kürzer sein als im PSPP (dem Ankaufprogramm für den öffentlichen Sektor), mindestens 70 Tage Restlaufzeit (also Öffnung zur bisherigen Vorgehensweise). (Dieses führt tendenziell zu weiter sinkenden Kurzfristzinsen für Staatsschulden in der Euro-Zone; hier profitieren jedoch besonders die Staaten mit unterdurchschnittlicher Bonität.)
  • Griechische Staatsanleihen sind im PEPP aufgenommen

Fragen:

  • Bedeutet die Orientierung am Kapitalschlüssel auch gleichartig verteilte Restlaufzeiten?
  • Wir haben in Europa eine gewaltige Überschußliquidität, die keine vernünftige Anlagemöglichkeit findet. Was bringt Zusatzliquidität im Sekundärmarkt, ausser die Zinskurve zu drücken?

Veröffentlicht von Thies Lesch, LL.M.

Thies Lesch (Baujahr 1972) studierte, nach Bankausbildung und Weiterbildung zum Handelsfachwirt, Betriebswirtschaft an der Fernuniversität in Hagen und schloss mit den Vertiefungen Bankbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik als Diplom-Kaufmann ab. Mit einigen Jahren Abstand folgte in 2016 der Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Hamburger Fernhochschule HFH mit den Vertiefungsschwerpunkten Arbeitsrecht, Mediation und – als Abschlussthema – Kreditrecht. Die Masterarbeit „Negative Zinsen und das Kreditgeschäft: Rechtliche Herausforderungen für Banken in Deutschland“ wurde vom SpringerGabler-Verlag in das BestMasters-Programm aufgenommen und erschien im Januar 2017 als Fachbuch. Die über 25 Jahre Berufserfahrung erstrecken sich in verschiedenen Rollen und (Führungs-)Funktionen weitgehend auf das Firmenkunden(kredit)geschäft und nationale wie internationale Spezial-/Projektfinanzierungen. Thies Lesch ist ein ausgewiesener Experte in Vertriebsmanagement und Vertriebssteuerung mit ausgeprägter strategischer Kompetenz und hohen Change-Management-Skills. Sein Interesse gilt der Systematisierung im Vertrieb, der potenzialorientierten Marktbearbeitung und der Zukunftsfähigkeit des Produktangebotes von Banken und Sparkassen.

3 Kommentare zu „EZB: PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme)

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