Europäische Auslandsimmobilien als strategische Entscheidung*

*) Erstellt mit Unterstützung durch KI


Achtung: Der nachfolgende Beitrag stellt keine Anlageempfehlung dar, sondern bietet lediglich reine Hilfestellung in der Reflexion. 

Wenn ich als privater Investor über Auslandsimmobilien nachdenke, dann nicht mit der Frage „Wo ist die höchste Rendite?“, sondern „In welchem Umfeld bin ich bereit, mich langfristig zu engagieren?“. Immobilien sind träge, kapitalintensiv und stark vom jeweiligen nationalen Rahmen geprägt. Genau deshalb halte ich es für entscheidend, Länder nicht abstrakt, sondern strukturiert und vergleichbar zu betrachten.

Europa bietet dafür ein besonders spannendes Feld: politisch relativ stabil, wirtschaftlich eng verflochten, rechtlich jedoch erstaunlich heterogen. Im Folgenden ordne ich acht europäische Länder ein, jeweils mit drei zentralen Chancen und drei wesentlichen Risiken – nicht als Ranking, sondern als Entscheidungshilfe, um gezielt zu erkennen, wo sich eine vertiefte Beschäftigung lohnen könnte.


Dänemark: Stabilität mit regulatorischer Schärfe

Stärken / Chancen

  1. Sehr hohe politische und rechtliche Stabilität, starkes Vertrauen in Institutionen
  2. Transparente Immobilienmärkte mit guter Datenlage
  3. Solide Nachfrage in urbanen Zentren, insbesondere Kopenhagen

Nachteile / Risiken

  1. Strenge Regulierung, insbesondere bei Mietwohnungen
  2. Hohes Preisniveau mit begrenztem Aufwärtspotenzial
  3. Teilweise Einschränkungen für ausländische Käufer

Für mich ist Dänemark ein Markt für sicherheitsorientierte Investoren, die Stabilität über Dynamik stellen.


Niederlande: Effizient, aber eng

Stärken / Chancen

  1. Sehr professioneller Markt mit klaren Prozessen
  2. Wirtschaftlich starke Ballungsräume (Randstad)
  3. Hohe Mietnachfrage, insbesondere in Städten

Nachteile / Risiken

  1. Massive staatliche Eingriffe in den Mietmarkt
  2. Politischer Druck zur Begrenzung privater Renditen
  3. Hoher Wettbewerbsdruck durch institutionelle Investoren

Die Niederlande wirken investiv attraktiv, verlangen aber eine hohe Toleranz gegenüber regulatorischen Eingriffen.


Frankreich: Größe und Vielfalt mit Komplexität

Stärken / Chancen

  1. Großer, diversifizierter Immobilienmarkt
  2. Hohe internationale Nachfrage in Metropol- und Ferienregionen
  3. Solide rechtliche Strukturen und Marktliquidität

Nachteile / Risiken

  1. Komplexes Steuer- und Abgabensystem
  2. Stark reguliertes Mietrecht zugunsten der Mieter
  3. Hoher administrativer Aufwand

Frankreich ist für mich ein Markt mit Substanz, aber nur für Investoren, die bereit sind, Komplexität zu managen.


Spanien: Zyklisch, aber dynamisch

Stärken / Chancen

  1. Hohe Attraktivität für Eigennutzung und Tourismus
  2. Teilweise noch moderate Preise außerhalb der Toplagen
  3. Gute Vermietbarkeit in gefragten Regionen

Nachteile / Risiken

  1. Ausgeprägte Marktzyklen
  2. Regionale Unterschiede im Rechtssystem
  3. Politische Unsicherheiten auf regionaler Ebene

Spanien erscheint mir chancenreich, verlangt aber eine klare Standort- und Zyklusdisziplin.


Portugal: Attraktiv mit politischem Risiko

Stärken / Chancen

  1. Internationale Nachfrage, insbesondere von Expats
  2. Attraktive Lebensqualität
  3. Teilweise investorenfreundliche Rahmenbedingungen in der Vergangenheit

Nachteile / Risiken

  1. Politische Kurswechsel, insbesondere steuerlich
  2. Begrenzte Marktgröße
  3. Abhängigkeit von ausländischer Nachfrage

Portugal ist für mich ein Beispiel dafür, wie schnell sich Investitionsannahmen politisch verändern können.


Italien: Substanzreich, aber schwerfällig

Stärken / Chancen

  1. Enorme Marktgröße und Vielfalt
  2. Teilweise sehr attraktive Einstiegspreise
  3. Hoher kultureller und emotionaler Wert

Nachteile / Risiken

  1. Langsame Verwaltungs- und Justizprozesse
  2. Komplexe Eigentums- und Genehmigungsstrukturen
  3. Schwaches Wirtschaftswachstum

Italien bietet viel Potenzial, verlangt aber Geduld und hohe organisatorische Belastbarkeit.


Polen: Wachstum mit Übergangscharakter

Stärken / Chancen

  1. Solides Wirtschaftswachstum
  2. Steigende Nachfrage in urbanen Zentren
  3. Vergleichsweise günstige Einstiegspreise

Nachteile / Risiken

  1. Politische Spannungen innerhalb der EU
  2. Währungsrisiken außerhalb der Eurozone
  3. Teilweise geringere Markttransparenz

Polen sehe ich als Wachstumsmarkt, der Chancen bietet, aber klare Risikoprämien erfordert.


Ungarn: Hohe Renditeerwartung, hohe Unsicherheit

Stärken / Chancen

  1. Attraktive Kaufpreise
  2. Hohe Bruttorenditen in Teilmärkten
  3. Stark nachgefragte Hauptstadtregion

Nachteile / Risiken

  1. Politische und institutionelle Unsicherheiten
  2. Eingeschränkte Rechtssicherheit
  3. Hohes Währungs- und Governance-Risiko

Ungarn ist für mich ein Markt für sehr risikobewusste Investoren – eher taktisch als strategisch.


Übergreifende Überlegungen: jenseits von Zahlen

Unabhängig vom Land spielen für mich psychologische und organisatorische Risiken eine zentrale Rolle. Distanz zum Objekt, Abhängigkeit von Verwaltern, kulturelle Unterschiede und Informationsasymmetrien lassen sich nicht wegdiversifizieren. Sie erfordern mentale Robustheit und klare Entscheidungsregeln.

Auch innerhalb Europas bleiben Währungsrisiken relevant, sobald man sich außerhalb der Eurozone bewegt. Wer diese ignoriert, trifft implizit eine aktive Währungsentscheidung.


Fazit: Fokus schlägt Streuung

Für mich ist die zentrale Erkenntnis: Europa ist kein einheitlicher Immobilienmarkt, sondern ein Mosaik sehr unterschiedlicher Investitionslogiken. Statt breit zu streuen, erscheint es mir sinnvoller, wenige Länder gezielt zu analysieren – dort, wo Chancen, Risiken und persönliche Präferenzen zusammenpassen.

Eine Auslandsimmobilie ist weniger eine Frage der Renditeformel als der strategischen Passung. Genau dort beginnt aus meiner Sicht eine sinnvolle Investitionsentscheidung.

Veröffentlicht von Thies Lesch, LL.M.

Thies Lesch (Baujahr 1972) studierte, nach Bankausbildung und Weiterbildung zum Handelsfachwirt, Betriebswirtschaft an der Fernuniversität in Hagen und schloss mit den Vertiefungen Bankbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik als Diplom-Kaufmann ab. Mit einigen Jahren Abstand folgte in 2016 der Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Hamburger Fernhochschule HFH mit den Vertiefungsschwerpunkten Arbeitsrecht, Mediation und – als Abschlussthema – Kreditrecht. Die Masterarbeit „Negative Zinsen und das Kreditgeschäft: Rechtliche Herausforderungen für Banken in Deutschland“ wurde vom SpringerGabler-Verlag in das BestMasters-Programm aufgenommen und erschien im Januar 2017 als Fachbuch. Die über 30 Jahre Berufserfahrung erstrecken sich in verschiedenen Rollen und (Führungs-)Funktionen weitgehend auf das Firmenkunden(kredit)geschäft und nationale wie internationale Spezial-/Projektfinanzierungen. Thies Lesch ist ausgewiesener Experte in Vertriebsmanagement und Vertriebssteuerung mit ausgeprägter strategischer Kompetenz. Sein Interesse gilt der Systematisierung im Vertrieb, der potenzialorientierten Marktbearbeitung, der Zukunftsfähigkeit des Produktangebotes von Banken und Sparkassen und dem Entscheidungsverhalten von und in Organisationen aus den Perspektiven Compliance und Unternehmensethik.

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