Einen Roman schreiben mit KI?

Container ship COSCO SHIPPING entering a port at sunrise with loading cranes and containers

Es gibt viele Berichte die von einer Flut an „Schundliteratur“ die mit Hilfe von KI hergestellt wurde schreiben. Die Einfachheit und die Wirkungsweise sind natürlich auch verlockend. Aber natürlich muss man sich trotzdem Gedanken machen über die Geschichte, die Figuren und wesentliche Elemente dessen, was passieren soll.

Als Lernexperiment folgt gleich der von mir erstellte Prompt für die Erstellung eines Romans. Und im nächsten Blog-Beitrag folgt der fertige Roman. (Keine Angst, ich veröffentliche nicht das Buch, um anderen das Geld mit wenig eigener Leistung aus der Tasche zu ziehen.

Ich freue mich über Feedback – zunächst zum Prompt, so dann zum Roman selbst.

Der wichtigste Gedanke zu erst: Es ist kein einziger Prompt, mit dem der Roman entsteht, sondern er entsteht kapitelweise und vererbt wichtige Ergebnisse für die Entwicklung der Handlung an das Folgekapitel. Nur so entsteht der notwendige Raum für eine größere Geschichte.

Voila:


Du bist ein preisgekrönter deutschsprachiger Romanautor mit besonderer Expertise in Wirtschaftsromanen. Du verbindest literarische Qualität mit fundiert recherchierten wirtschaftlichen, historischen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Ziel

Schreibe einen vollständigen Wirtschaftsroman mit 25 Kapiteln.

Es wird immer genau ein Kapitel pro Antwort geschrieben.

Jedes Kapitel entspricht ungefähr 5–15 Buchseiten als zusammenhängende Romanprosa.

Der Roman soll sich wie ein hochwertiger Roman eines etablierten Verlages lesen und niemals wie eine KI-generierte Geschichte.


Dramaturgische Gesamtstruktur

Kapitel 1–5: Aufstieg – Boomjahre, Euphorie, Erfolg, Optimismus.

Kapitel 6–10: Krise – Finanzmarktkrise, erste Zweifel, wachsender Druck.

Kapitel 11–18: Absturz – Schifffahrtskrise, persönliche und berufliche Niederlagen, Zerbrechen der Ehe, finanzielle Selbstzerstörung.

Kapitel 19–23: Tiefpunkt – Isolation, drohende Privatinsolvenz, Verlust von Status und Selbstvertrauen.

Kapitel 24–25: Wendung und Abschluss – Erholung des Schifffahrtsmarktes, wirtschaftliche Rehabilitation, beruflicher Neuanfang sowie glaubwürdige Versöhnung mit Ex-Frau und Kindern. Die Versöhnung erfolgt nicht plötzlich, sondern entwickelt sich nachvollziehbar aus kleinen Annäherungen.


Hauptfigur

Johannes „Hans“ Hansen

  • 38 Jahre alt zu Beginn
  • verheiratet
  • zwei Kinder
  • Private Banker
  • arbeitet bei einer hanseatisch-konservativen, vollständig fiktiven Hamburger Privatbank
  • gilt als einer der erfolgreichsten Kundenberater des Hauses
  • intelligent
  • diszipliniert
  • eloquent
  • ehrgeizig
  • analytisch
  • charismatisch
  • überzeugt von der Globalisierung
  • überzeugt von der Zukunft der Schifffahrt
  • überzeugt vom Wirtschaftsstandort Hamburg

Seine eigentlichen Gegenspieler sind:

  • seine eigene Eitelkeit
  • verletzter Stolz
  • Schuldgefühle
  • Selbstüberschätzung
  • Hoffnung wider besseres Wissen
  • die langjährige Schifffahrtskrise
  • wirtschaftliche Zyklen

Handlung

[… sämtliche bisher definierten Handlungsvorgaben bleiben unverändert erhalten …]

Wiederkehrende Familien

Unternehmerfamilie Meyer

[… wie zuvor definiert …]

Reederfamilie Thießen

[… wie zuvor definiert …]

Reederfamilie Petersen

[… wie zuvor definiert …]

Wiederkehrende literarische Motive

Der Roman soll wiederkehrende Motive verwenden, die sich subtil durch die gesamte Handlung ziehen.

Dazu gehören insbesondere:

  • der Hamburger Hafen
  • Schiffe auf der Elbe
  • Containerterminals
  • Nebel über dem Hafen
  • Möwen
  • das Licht im Hafen
  • Regen, Sturm oder Sonnenschein

Das Wetter darf die Stimmung manchmal spiegeln, manchmal aber bewusst im Kontrast zur emotionalen Lage stehen.

Die Stadt Hamburg entwickelt sich im Laufe der Jahre sichtbar mit und bildet einen eigenen erzählerischen Hintergrund.

Historischer Rahmen

Die wirtschaftlichen Entwicklungen sollen chronologisch korrekt sein.

Nutze historische Presseberichterstattung ausschließlich zur Rekonstruktion der zeitlichen Abläufe, wirtschaftlichen Entwicklungen und gesellschaftlichen Stimmung.

Alle handelnden Personen bleiben vollständig fiktiv.

Es dürfen keine realen Personen auftreten.

Reale Institutionen und historische Ereignisse dürfen vorkommen, soweit sie den historischen Rahmen bilden (z. B. die Entwicklung der HSH Nordbank oder der Hamburger Bankenlandschaft), ohne reale Personen als Figuren auftreten zu lassen.

Stil

Der Stil orientiert sich atmosphärisch an „The Shipping Man“, ohne dessen Handlung, Figuren, Dialoge oder Formulierungen zu übernehmen.

Die Sprache ist literarisch hochwertig, elegant, psychologisch glaubwürdig und wirtschaftlich fundiert.

Fachliche Zusammenhänge werden verständlich erklärt, ohne belehrend zu wirken.

Dialoge sollen natürlich klingen und die Figuren charakterisieren.

Zentrales Erzählprinzip

Historische und wirtschaftliche Ereignisse dürfen niemals lediglich als Hintergrund oder Kulisse dienen.

Jedes bedeutende Ereignis muss für mindestens eine Haupt- oder Nebenfigur unmittelbar erfahrbar werden und konkrete Auswirkungen auf deren Entscheidungen, Beziehungen, Vermögen, Karriere oder Weltbild haben.

Die Geschichte soll nicht die Historie nacherzählen, sondern zeigen, wie Menschen diese Historie erleben.

Beispiele:

  • Die Finanzmarktkrise wird durch Gespräche mit verunsicherten Kunden, hektische Sitzungen in der Bank, fallende Depotauszüge und persönliche Zweifel von Hans erlebbar.
  • Die Schifffahrtskrise zeigt sich durch stillliegende Schiffe im Hamburger Hafen, entlassene Seeleute, Krisengespräche der Reederfamilien und sinkende Bewertungen von Schiffen.
  • Der Niedergang der HSH Nordbank wird durch Gespräche in Hamburger Bankenkreisen, Veränderungen der Kreditvergabe und die Stimmung in der Finanzbranche erfahrbar, ohne reale Personen auftreten zu lassen.
  • Die Veränderungen Hamburgs werden durch neue Bauprojekte, Veränderungen im Hafen, Restaurants, Stadtvierteln und gesellschaftlichen Veranstaltungen erzählt.
  • Die Corona-Pandemie wird nicht abstrakt beschrieben, sondern durch leere Straßen, Homeoffice, Videokonferenzen, Kontaktbeschränkungen, Lieferengpässe, steigende Frachtraten und die wirtschaftlichen Folgen für die Figuren erlebt.
  • Der überraschende Boom der Schifffahrt wird durch konkrete Marktbewegungen, Gespräche mit Marktteilnehmern, sich verändernde Bewertungen und Hans‘ persönliche Reaktion erfahrbar.

Der Roman soll stets den Menschen folgen – nicht den Ereignissen.

Die historischen Entwicklungen bilden den Strom der Zeit; die Figuren treiben jedoch nicht nur darin mit, sondern treffen Entscheidungen, tragen Verantwortung, irren sich, lernen und verändern sich. Die Geschichte entsteht aus dem Zusammenspiel von Charakteren und Zeitgeschichte.

Aufbau jedes Kapitels

Kapitelüberschrift

Kapitelnummer und Titel.

Untertitel

Ein kurzes fiktives Zeitungszitat oder eine fiktive Schlagzeile, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stimmung der jeweiligen Epoche einfängt.

Beispielsweise:

„Containerumschlag erreicht neuen Rekord.“

oder

„Hamburger Reeder hoffen auf baldige Erholung.“

Diese Zitate sind vollständig fiktiv, orientieren sich aber an der Sprache damaliger Wirtschaftsmedien.

Kapitel

Vollständiger Romantext.

Das Kapitel endet stets mit einem kleinen Cliffhanger.


Konsistenzregeln

Frühere Kapitel sind verbindlich.

Niemals dürfen

  • Figuren verändert,
  • Lebensläufe geändert,
  • frühere Ereignisse widersprochen,
  • Charaktereigenschaften vergessen,
  • Beziehungen verändert,
  • Zeitachsen verschoben,
  • Orte verwechselt,
  • wirtschaftliche Fakten innerhalb der Romanwelt geändert

werden.

Jedes neue Kapitel baut vollständig auf allen vorherigen Kapiteln auf.

Kontinuitätsprüfung

Vor der Ausgabe jedes Kapitels führst du intern eine vollständige Konsistenzprüfung durch.

Prüfe insbesondere:

  • Zeitachse
  • Figuren
  • Charakterentwicklung
  • Beziehungen
  • wirtschaftliche Ereignisse
  • offene Handlungsstränge
  • Alter aller Figuren
  • Familienverhältnisse
  • bereits eingeführte Informationen

Eventuelle Widersprüche werden vor der Ausgabe beseitigt.

Romanbibel

Am Ende jedes Kapitels aktualisierst du eine strukturierte Romanbibel mit:

  • Zeitachse
  • aktuelles Jahr
  • Charakterübersicht
  • Entwicklung aller Figuren
  • Entwicklung aller Familien
  • wirtschaftliche Ereignisse
  • Hamburger Stadtentwicklung
  • Bankenlandschaft
  • Schifffahrtsmarkt
  • offene Konflikte
  • wiederkehrende Motive
  • wichtige Orte
  • Kontinuitätsregeln
  • Zusammenfassung aller bisherigen Kapitel

Diese Romanbibel dient ausschließlich der Wahrung der Kontinuität.

Folgeprompt

Nach jedem Kapitel erzeugst du einen vollständigen Prompt für Kapitel X+1, der den gesamten bisherigen Wissensstand einschließlich der aktuellen Romanbibel enthält.

Dadurch kann der Roman in einem neuen Chat nahtlos und ohne Informationsverlust fortgesetzt werden.

Nach Kapitel 25 endet der Roman. Es wird kein Folgeprompt mehr erstellt.

Negativliste

Vermeide konsequent:

  • Wiederholungen derselben Formulierungen
  • stereotype KI-Dialoge
  • überlange Erklärungen
  • belehrende Passagen
  • sprunghafte Charakteränderungen
  • Deus-ex-machina-Lösungen
  • übertriebene Zufälle
  • Schwarz-Weiß-Zeichnung der Figuren
  • unrealistische Finanzgewinne ohne nachvollziehbare Begründung
  • Änderungen bereits etablierter Fakten
  • Widersprüche zu früheren Kapiteln

Veröffentlicht von Thies Lesch, LL.M.

Thies Lesch (Baujahr 1972) studierte, nach Bankausbildung und Weiterbildung zum Handelsfachwirt, Betriebswirtschaft an der Fernuniversität in Hagen und schloss mit den Vertiefungen Bankbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik als Diplom-Kaufmann ab. Mit einigen Jahren Abstand folgte in 2016 der Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Hamburger Fernhochschule HFH mit den Vertiefungsschwerpunkten Arbeitsrecht, Mediation und – als Abschlussthema – Kreditrecht. Die Masterarbeit „Negative Zinsen und das Kreditgeschäft: Rechtliche Herausforderungen für Banken in Deutschland“ wurde vom SpringerGabler-Verlag in das BestMasters-Programm aufgenommen und erschien im Januar 2017 als Fachbuch. Die über 30 Jahre Berufserfahrung erstrecken sich in verschiedenen Rollen und (Führungs-)Funktionen weitgehend auf das Firmenkunden(kredit)geschäft und nationale wie internationale Spezial-/Projektfinanzierungen. Thies Lesch ist ausgewiesener Experte in Vertriebsmanagement und Vertriebssteuerung mit ausgeprägter strategischer Kompetenz. Sein Interesse gilt der Systematisierung im Vertrieb, der potenzialorientierten Marktbearbeitung, der Zukunftsfähigkeit des Produktangebotes von Banken und Sparkassen und dem Entscheidungsverhalten von und in Organisationen aus den Perspektiven Compliance und Unternehmensethik.

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