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Einleitung
Deutschland sieht sich 2024/2025 mit einer Gemengelage zentraler wirtschaftlicher Risiken konfrontiert: steigende Energiepreise, hohe bürokratische Auflagen und wachsende Standortkosten, die die Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Besonders energieintensive Unternehmen spüren den Druck – Produktionsverlagerungen oder Einsparungen sind bereits im Gange. In vielen Fällen ist nicht der generelle Ruf nach weniger Bürokratie das Problem, sondern konkret die Kosten, die durch Auflagen, Genehmigungsverfahren oder Verwaltungspflichten entstehen. Für Firmenkundenberater in Banken und Sparkassen bedeutet dies: Mehr denn je müssen sie Mehrwert schaffen, indem sie ihre Kunden bei Internationalisierung, Kostenoptimierung und strategischer Planung unterstützen.
Energiepreise & Konsequenzen
Energiepreisentwicklung in Deutschland und im internationalen Vergleich
- Die Strompreiskompensation und die Maßnahmen zur Entlastung der Industrie tragen dazu bei, dass Unternehmen bis 2027 voraussichtlich vier Milliarden Euro an Stromkosten sparen können (Deutschland) im Rahmen der aktuellen Regelungen und Marktprognosen; für 2025 wird die größte Entlastung erwartet (~1,5 Mrd. Euro) (IW 2025) (IW-Studie 2025). (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
- Trotz dieser Entlastungsmaßnahme sind Industriestrompreise in Deutschland im EU-Vergleich weiterhin hoch, insbesondere für Großabnehmer mit hohem Verbrauch. Beispielsweise lagen Preise für Industrieunternehmen (> 150 GWh Jahresverbrauch) in Deutschland im Bereich um 15,9 ct/kWh, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von ca. 14,3 ct/kWh (je nach Verbrauchsklasse) (Reddit/Diskussionsforum, bei Daten aus Eurostat, Stand Mitte 2023) (Diskussionsbeitrag, 2023) (Reddit-Quelle 2023). (Reddit)
- In der jüngeren Vergangenheit sind Energiepreise – Gas und Strom – stark volatil gewesen, durch Rohstoffknappheit und geopolitische Spannungen, was Planungssicherheit für energieintensive Betriebe erschwert.
Auswirkungen auf Produktion und Standortentscheidungen
- Laut Umfragen des DIHK erwägen etwa 45 % energieintensiver Betriebe Produktionseinschränkungen oder eine Abwanderung ins Ausland (unternehmen mit hohen Stromkosten) (DIHK, Energiewende-Barometer) (Umfrage DIHK, 2024) (DIHK-Quelle) (DIHK Barometer 2024) (DIE WELT).
- Diese Überlegungen betreffen vor allem größere Betriebe, die international bereits vernetzt sind oder für die Standortwechsel machbarer sind.
Kosten & Wettbewerbsfähigkeit
Lohnstückkosten und Gesamtstandortkosten
- Deutschland liegt bei Lohnstückkosten im Industriesektor regelmäßig über dem EU-Durchschnitt. Höher als z. B. in einigen osteuropäischen Staaten, aber teils auch über westeuropäischen Vergleichsländern, wenn man Stromkosten, Abgaben, Netzentgelte usw. mit berücksichtigt. (Aktuelle genaue Vergleichszahlen je nach Branche variieren; forschungsbasierte Quellen wie IW oder BDI werden regelmäßig zitiert.)
- Steuer- und Abgabenlast, Netzgebühren sowie sonstige Standortkosten wie Gewerbe- oder Grundsteuern sind vor allem in Ballungsräumen deutlich höher als in peripheren Regionen oder Nachbarländern. Dies verteuert Produktion, Logistik und Immobilienkosten.
Bürokratiegetriebene Kosten & Genehmigungsverfahren
- Ein zentrales Beispiel: Wohnungs- und Bauwesen – Genehmigungen, Auflagen, Verfahren verzögern und verteuern Projekte stark. Die Genehmigungszahlen sind rückläufig: 2024 wurden in Deutschland 215.900 Wohnungen genehmigt, das sind 16,8 % weniger als im Jahr 2023 (-43.700 Wohnungen) (Destatis, 2024) (Destatis-Quelle) (Baulinks).
- Besonders stark betroffen sind dabei Neubauten, Ein- und Zweifamilienhäuser. Mehrfamilienhäuser verzeichnen ebenfalls Rückgänge, wenn auch etwas moderater. (bi-medien.de)
- Es gibt Hinweise, dass diese Rückgänge in Baugenehmigungen zu Versorgungsengpässen am Wohnungsmarkt führen, steigenden Preisen, und dadurch mittelfristig auch auf die Kostenstruktur in Städten und Regionen drücken. (DIE ZEIT)
Regionale Differenzierung zwischen Bundesländern
Es bestehen deutliche Unterschiede zwischen Bundesländern, was Energiepreise, Genehmigungsfristen, Förderung und Rahmenbedingungen angeht – sowohl zwischen wirtschaftsstarken Süd- und Westländern und strukturschwächeren Ost- und Nordregionen.
| Bundesland | Typische Besonderheit | Genehmigungsdauer / Wohnungsbauentwicklung | Energie-/Standortkosten Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Nordrhein-Westfalen | Hohe Dichte energieintensiver Industrie; große Ballungsräume | Verzögerungen bei Genehmigungen städtischer Wohnungsbauprojekte; deutliche Rückgänge bei Neubau (Ein-/Mehrfamilien) in Randlagen | Hohe Netzgebühren & Netzausbaukosten, teurer Flächenbedarf, hohe kommunale Abgaben |
| Bayern | Relativ bessere Förderprogramme; moderates Genehmigungsklima in ländlichen Regionen | Wohnungsbau‐Genehmigungen rückläufig, aber weniger stark als im Bundesdurchschnitt; Genehmigungsverfahren oft effizienter in kleineren Gemeinden | Energiepreise ähnlich hoch, jedoch bessere Infrastruktur und Förderung (z. B. bei erneuerbaren Energien) |
| Baden-Württemberg | Industrieorientierung, Exportorientierung, starke Mittelständler | Genehmigungsverfahren in manchen Regionen dauern lange; Wohnungsbau ebenfalls unter Druck, vor allem in Ballungsräumen um Stuttgart bzw. Bodensee | Hohe Arbeitskosten, Steuern & Abgaben sind im oberen Mittelfeld; Energiepreise beeinflussen viele Zulieferer stark |
| Mecklenburg-Vorpommern | Strukturschwächere Region; weniger Industrie, mehr Landwirtschaft und Tourismus | Genehmigungsdauer oft höher, Regionen mit geringer Nachfrage ziehen weniger Bauinvestitionen an; Neubau weniger dynamisch | Energieversorgung in manchen Gebieten weniger stabil, höhere Netzentgelte pro Einheit bei geringem Volumen; weniger lokale Anreize für Großindustriebetriebe |
(Hinweis: Exakte Dauer der Genehmigungsverfahren nach Region variieren stark – in Ballungsgebieten häufig 6-18 Monate für Bauantrag bis Fertigstellung; in weniger dicht besiedelten Regionen oft länger – entsprechende Daten sind je nach Landkreis erhältlich.)
Politikbild & kurzfristige Perspektive
- Aktuelle politische Maßnahmen wie Strompreiskompensation oder Entlastungsprogramme bringen kurzfristig spürbare Effekte (z. B. Einsparungen für Unternehmen bis 2025/2026) (IW-Studie 2025). (Institut der deutschen Wirtschaft (IW))
- Allerdings fehlt vielfach Planungssicherheit: Steuervorschriften, Abgaben, Netzentgelte und Genehmigungsvorschriften sind teils noch komplex und regional uneinheitlich; angekündigte Programme werden oft spät oder nicht ausreichend umgesetzt.
- Der Wohnungsbau bleibt ein langfristiger Indikator für Standortkosten: Wohnraumknappheit, Baukostensteigerungen (Material, Energie, Löhne), lange Wartezeiten bei Genehmigungen und steigende Finanzierungskosten (Zinsen) verschärfen die Gesamtkosten.
Schluss & Handlungsempfehlungen für Firmenkundenberater
Die gegenwärtige Situation in Deutschland ist geprägt von hohen Energiepreisen, steigenden Standortkosten und bürokratiegetriebenen Auflagen, die nicht nur Unternehmen belasten, sondern auch Abwanderungsdruck erzeugen. Unterschiedliche Rahmenbedingungen zwischen Bundesländern verstärken regionale Nachteile. Politik und Verwaltung zeigen derzeit nur begrenzte kurzfristige Entlastung, weshalb Unternehmen und deren Berater aktiv werden müssen.
Firmenkundenberater haben in dieser Lage eine Schlüsselrolle: Sie können nicht nur Kostenfallen identifizieren und Risiken abmildern, sondern ihren Kunden dabei helfen, strategisch zu agieren – national und international. Wer jetzt Kompetenzen in Internationalisierung, Förderberatung, Energie- und Standortkostenanalyse ausbaut, schafft Mehrwert – und sichert nicht nur die Kundenbeziehung, sondern auch langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des eigenen Instituts.
