Asset-based finance (Leasing und Mietkauf)

Abgrenzung zum klassischen Investitionskredit

  • statt Geld für eine Investition (und ggfs. anschliessender Besicherung) wird das Investitionsobjekt zur Verfügung gestellt oder zumindest der Nutzen aus der Investition
  • es wird also mit der Eigentümerstellung an dem Objekt, dem Asset gearbeitet.
  • hieraus resultieren verschiedene Effekte, die je nach Situation und Perspektive vorteilhaft sein können

Vorteile für den Kunden / den Unternehmer

  • Leasing (da mietähnlich) wird nach HGB nicht bilanziert (in IFRS nur in bestimmten Konstellationen nicht (sog. operate leases oder Bagatellverträge))
    • hierdurch können möglicherweise Covenants in anderen, bereits bestehenden Finanzierungsverträgen eingehalten werden (Verschuldungsgrad, EK-Quuote)
    • Verschuldungsgrad bleibt niedriger; hierdurch ggfs. „Schonung“ des Ratings / der Unternehmensbonität (hängt jedoch vom jeweiligen Ratingverfahren ab und von der Ertragskraft des Unternehmen)
    • Mietaufwand statt Abschreibungen in der GuV = ist manchmal gewollt
    • EK-Quote bleibt unverändert = gelegentlich eine Zielquote für angestellte GmbH-Geschäftsführer
    • Leasing / Miete ist keine „formelle“ Investition = bei größeren Unternehmen hierdurch manchmal kürzere Entscheidungswege oder in der Kompetenz einzelner Betriebsstätten
  • Objektfinanzierung (Leasing/Mietkauf) kann unter Umständen auch kostengünstiger sein = sehr hochwertige Objekte reduzieren Risikokosten gegenüber einem Kredit. (Gilt hauptsächlich für kleinere Unternehmen (und mittlere Unternehmen bei geringer EK-Quote).

Vorteile für die Bank / Sparkasse / den Finanzier

  • zusätzliche Kundenbindung durch die Begleitung von Kerninvestitionen des Kunden
  • Kerninvestition sind betriebswesentliche Investitionen, in denen viel Herzblut des Unternehmers steckt = viele Gründungen entstehen rund um ein Produkt / eine Produktfamilie oder einen bestimmten (technischen) Prozess = Identifikation mit dem Maschinenpark ist zumeist höher als mit der Immobilie
  • Absicherung durch die Eigentümerstellung am Objekt
    • Leasing und Mietkauf: Aussonderungsrecht nach §47 InsO, sofern der Insolvenzverwalter die weitere Vertragserfüllung ablehnt (§103 InsO)
    • bei Kerninvestitionen daher ein großer Anreiz des Insolvenzverwalters die Raten weiter zu bedienen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten (auch bei Software: ERP-System)
    • Mietkauf: Umsatzsteuervorteil bei Leistungsstörung = die gesamte Umsatzsteuer wird bei Vertragsabschluss durch den Mietkaufgeber abgeführt und beim Mietkaufnehmer als Vorsteuer gezogen. Bei einer Leistungsstörung muss die umsatzsteuerliche Leistung auf den anteiligen Vertragsstand angepasst werden = Der Mietkaufgeber kann einen Teil der USt zurückfordern (vom FA) und der Mietkaufnehmer schuldet einen (identischen) Teil der gezogenen VSt (dem FA).

Veröffentlicht von Thies Lesch, LL.M.

Thies Lesch (Baujahr 1972) studierte, nach Bankausbildung und Weiterbildung zum Handelsfachwirt, Betriebswirtschaft an der Fernuniversität in Hagen und schloss mit den Vertiefungen Bankbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik als Diplom-Kaufmann ab. Mit einigen Jahren Abstand folgte in 2016 der Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Hamburger Fernhochschule HFH mit den Vertiefungsschwerpunkten Arbeitsrecht, Mediation und – als Abschlussthema – Kreditrecht. Die Masterarbeit „Negative Zinsen und das Kreditgeschäft: Rechtliche Herausforderungen für Banken in Deutschland“ wurde vom SpringerGabler-Verlag in das BestMasters-Programm aufgenommen und erschien im Januar 2017 als Fachbuch. Die über 25 Jahre Berufserfahrung erstrecken sich in verschiedenen Rollen und (Führungs-)Funktionen weitgehend auf das Firmenkunden(kredit)geschäft und nationale wie internationale Spezial-/Projektfinanzierungen. Thies Lesch ist ein ausgewiesener Experte in Vertriebsmanagement und Vertriebssteuerung mit ausgeprägter strategischer Kompetenz und hohen Change-Management-Skills. Sein Interesse gilt der Systematisierung im Vertrieb, der potenzialorientierten Marktbearbeitung und der Zukunftsfähigkeit des Produktangebotes von Banken und Sparkassen.

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