Was ist Debt-Sizing?

Der Begriff des  Debt-Sizing  stammt aus der Projektfinanzierung. Er beschreibt die Tätigkeit, bei der ermittelt wird, wieviel Fremdkapital ein Projekt „vertragen“ kann, d.h. wieviel Überschüsse ein Projekt unter definierten Planannahmen erwirtschaftet. Indirekt bestimmt es damit den notwendigen Eigenkapitaleinsatz für ein Projekt.

Zwei Faktoren sind hierbei von besonderer Relevanz:

  1. ein relevantes Planszenario wird definiert (Bankers Case); alle relevanten Annahmen, die zu diesem Bankers Käs führen werden dokumentiert.
  2. Der notwendige Kapitaldienstdeckungsgrad (DSCR / debt service coverage ratio) wird festgelegt  (>= 1); hierüber wird bestimmt, wie viel Puffer über das Planzen darüber hinaus vorgehalten werden muss.

Anders als im klassischen Firmenkunden Banking haben Projekte eine begrenzte Laufzeit, mit dem Ziel der vollständigen Amortisation und der gleichfalls vollständigen Fremdkapitalrückführung zum Ende dieser Laufzeit.

Aber: Für größere Investitionsvorhaben eines Firmenkunden kann es ein sinnvolles Instrument sein, um mit dem Kunden die Risikostruktur seiner Investition (und daraus abgeleitet auch Art und Umfang der Fremdkapitalfinanzierung) zu besprechen.

(Erfolgreiche) Unternehmer sind es oftmals gewohnt, ohne (?!) Diskussion das zu bekommen, was sie wollen – gerade von Ihrer Hausbank. Der Mehrwert einer individuellen Beratung muss jedoch darin bestehen, die unternehmerische Sichtweise des Kunden nachzuvollziehen und auch kritische Fragen stellen zu dürfen. Es kann und darf nicht nur darum gehen, am schnellsten mit den günstigsten Konditionen aus dem Knick zu kommen.

Im Sinne einer ganzheitlichen Kundenberatung muss es dazu gehören, sich mit dem Kunden auch in einer geeigneten Weise über seine persönliche Risikoeinschätzung seiner Investitionsprojekte auszutauschen. Es geht schließlich nicht nur um das Ausfallrisiko aus Sicht der Bank, sondern letztlich um den Erfolg des Kunden in seinem Grundgeschäft.

Veröffentlicht von Thies Lesch, LL.M.

Thies Lesch (Baujahr 1972) studierte, nach Bankausbildung und Weiterbildung zum Handelsfachwirt, Betriebswirtschaft an der Fernuniversität in Hagen und schloss mit den Vertiefungen Bankbetriebslehre und Wirtschaftsinformatik als Diplom-Kaufmann ab. Mit einigen Jahren Abstand folgte in 2016 der Master of Laws in Wirtschaftsrecht an der Hamburger Fernhochschule HFH mit den Vertiefungsschwerpunkten Arbeitsrecht, Mediation und – als Abschlussthema – Kreditrecht. Die Masterarbeit „Negative Zinsen und das Kreditgeschäft: Rechtliche Herausforderungen für Banken in Deutschland“ wurde vom SpringerGabler-Verlag in das BestMasters-Programm aufgenommen und erschien im Januar 2017 als Fachbuch. Die über 25 Jahre Berufserfahrung erstrecken sich in verschiedenen Rollen und (Führungs-)Funktionen weitgehend auf das Firmenkunden(kredit)geschäft und nationale wie internationale Spezial-/Projektfinanzierungen. Thies Lesch ist ein ausgewiesener Experte in Vertriebsmanagement und Vertriebssteuerung mit ausgeprägter strategischer Kompetenz und hohen Change-Management-Skills. Sein Interesse gilt der Systematisierung im Vertrieb, der potenzialorientierten Marktbearbeitung und der Zukunftsfähigkeit des Produktangebotes von Banken und Sparkassen.

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